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Gérard Korsten • Dirigent Benjamin Schmid • Bariton

So. 27.05.
19:30
Bregenz

Veranstaltungskategorie(n)

  • Essen | Trinken
  • Konzert | Show

Beschreibung

»Missbraucht – Verfemt« Franz Liszt • Les Préludes Erich Wolfgang Korngold • Violinkonzert op. 35 D-Dur Richard Wagner • Ouvertüre »Die Meistersinger von Nürnberg« Paul Hindemith • Symphonie »Mathis der Maler«

Musik kann benützt werden, missbraucht, ideologisch verfremdet. Franz Liszt hatte keine Vorstellung vom Sieges­jubel der Nationalsozialisten über gewonnene Schlachten, als er seine fulminante Tondichtung »Les Préludes« komponierte. Noch dazu bezog es sich dabei auf die Literatur des späteren Feindes Frankreich. Seinem Freund Richard Wagner waren zwar Nationalismus und Antisemitismus leider nicht fremd, aber in der Oper »Die Meistersinger von Nürnberg« gilt die deutsche Apotheose einer visionären Volksdemokratie und vor allem der Freiheit der Kunst. Um die es bekanntlich im Nazi-Regime nicht so gut stand. Wer freilich eine polyphone Ouvertüre so festlich und unwiderstehlich mitreißend gestalten kann, dem bleibt die Vereinnahmung durch Parteitage nicht erspart.

Musik konnte auch verfemt werden, wenn ein Komponist wie Erich Wolfgang Korngold zur falschen »Rasse« gehörte. Da half es ihm auch nichts, dass seine Musik gar nicht »entartet« im Sinne der Nazikunst-Ästhetik war, sondern tonal, melodienselig und voll berückend schöner Klangfarben. Das Violinkonzert des Erfinders der symphonischen Filmmusik und Opernmeisters zählt längst zu den großen Gattungsbeiträgen im 20. Jahrhundert. Und der Salzburger Stargeiger Benjamin Schmid ist der international gefeierte, derzeit führende Interpret dieser Musik.

Für das Finale hat Chefdirigent Gérard Korsten Paul Hindemith gewählt, der nicht aus rassischen, sondern aus weltanschaulichen Gründen emigrieren musste. In der Symphonie nach der Oper »Mathis der Maler« geht es wie auf der Bühne um das oft so fatale Verhältnis von Kunst und Macht, exemplarisch dargestellt am Beispiel des Meisters des »Isenheimer Altars«, Matthias Grünewald und der Bauernkriege. Anno 1939 wusste man, dass damit der Zeit ein Spiegel vorgehalten wurde.

Veranstalter

Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus
Platz der Wiener Symphoniker 1
6900 Bregenz
+43 (5574) 407-0
M: information@festspielhausbregenz.at
http://www.festspielhausbregenz.at